Freihandel oder Diktatur des Kapitals?

Dr. Beate Scheidt, wirtschaftspolitische Referentin beim Vorstand der IG Metall vertritt eine kritische Haltung gegenüber dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP). Die bisherigen Pläne brächten keine positiven Effekte für Beschäftigung und Wachstum. Ein solches Abkommen sei allenfalls dann zu akzeptieren, wenn klare Regelungen zum Schutz der Arbeitnehmerrechte und zum Verbraucherschutz gesichert wären. Keinesfalls dürfe es dazu kommen, dass ausländische Investoren gegen Staaten klagen könnten, wenn diese ihre Geschäfte stören.
Dr. Beate Scheidt ist Volkswirtin mit den Arbeitsschwerpunkten Makroökonomie sowie Geld und Außenwirtschaftspolitik. Beim Vorstand der IG Metall bearbeitet sie diese Themen im Funktionsbereich Grundsatzfragen und berät direkt den ersten Vorsitzenden Detlef Wetzel. Beate Scheidt hat an der TU Berlin studiert und war Assistentin des langjährigen Wirtschaftsweisen“ Prof. Jürgen Kromphardt, der als einer der „letzten Keynesianer“ bezeichnet wird. Der „Keynesianismus“ ist eine wirtschaftspolitische Theorie, nach der die gesamtwirtschaftliche Lage die entscheidende Größe für Produktion und Beschäftigung ist. Er fordert, die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in Zeiten nachlassender Konjunktur zu steuern und bei Bedarf die Wirtschaft durch vermehrte Staatsausgaben und expansive Geldpolitik zu beleben.
Dr. Beate Scheidt erläutert sehr kompetent und verständlich die Risiken und Nebenwirkung des geplanten und streng vertraulich verhandelten Freihandelsabkommens; ihre Ausführungen bieten einen exzellenten Überblick und sind auch für Neueinsteiger/innen in das komplizierte Thema sehr geeignet.
Die gemeinnützigen Vereine Business Crime Control e.V. und KunstGesellschaft e.V. zeichneten die Veranstaltung in Frankfurt am Main am 01.06.2014 auf und stellen die Aufzeichnung als Audio-Podcast (ca. 45 MB, mp3-Format) zur Verfügung. Während der Anmoderation gibt es eine kurze Phase, in der es sehr leise wird, als das Mikrofon aus Versehen von einem Gast umgerissen wird; da die Anmoderation noch zu hören ist, lassen wir die Anmoderation ungeschnitten.
Es moderiert der Fernsehjournalist Herbert Stelz.

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