Pegida & Co.: Was sucht die Neue Rechte auf der Straße?

Aufzeichnung einer öffentlichen Veranstaltung aus der Reihe „Frankfurter Matinee“ am 1. März 2015 mit Michael Weiss, Agentur für soziale Perspektiven, Berlin

Es begann im Oktober 2014. Das Netzwerk “Hooligans gegen Salafisten“ (HOGESA) rief zum Kampf gegen Salafismus nach Köln und 4000 Menschen kamen. Sie zogen mit rassistischen Parolen durch die Straßen und lieferten sich Krawalle mit der Polizei. Hooligans, Rocker und Neonazis verbünden sich mittlerweile in einer reaktionären Männerwelt. Getrieben von Visionen vom „Untergang des Volkes“ spannen sie den Bogen von der angeblichen Bedrohung deutscher Familien und Kinder durch den Salafismus bis zur offenen Hetze gegen den Islam, gegen Ausländer, Geflüchtete, aber auch gegen Linke und alle abweichende Lebensentwürfe.
Es folgten weitere Demonstrationen in anderen Städten. In Dresden gründete sich die Gruppe “Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida), die mit ihren Montagsspaziergängen viele Tausende anzog und bundesweit Ableger erzeugte. Weil man diffuse Ängste und Ohnmachtsgefühle schürt, kollektive Ängste und Bedrohungsmuster verstärkt, kann man all jene ansprechen, die sich als Verlierer in einem gesellschaftlichen Veränderungsprozess fühlen. Auffallend ist, dass zunehmen auch Konservative aus dem bürgerlichen Milieu mitmachen, die sich selbst nicht in die rechtsextreme Ecke stellen würden.
Wie kam es zum Zusammenschluss von Hooligans und Neonazis und darüber hinaus zum Bündnis der „Wutbürger“, welche Ziele stecken dahinter und wie kann man mit dieser neuen Protestwelle umgehen?
Michael Weiss ist für die Agentur für soziale Perspektiven und das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V. tätig.
Es moderiert Ulrike Holler.
In der begleitenden Präsentation, die Michael Weiss vorführt, sind zu reinen Informationszwecken zahlreiche Fotos enthalten, auf die er in seinen Ausführungen eingeht. Diese Fotos zeigen vielfach verfassungsfeindliche Symbole und Schriftzüge aus der rechten Szene. Wir verzichten darauf, diese oder ähnliche Fotos zu zeigen oder zu verlinken. Außerdem wird während der Veranstaltung auszugsweise eine Rede einer Frankfurter Pegida-Aktivistin vorgeführt, von deren Inhalt wir uns vorsorglich ausdrücklich distanzieren.

Die Veranstalter Business Crime Control e.V. und KunstGesellschaft e.V. stellen eine Aufzeichnung zur Verfügung (mp3-Format, ca. 1 Stunde und 50 Minuten, ca. 37 MB). Sie können die Veranstaltung hier herunterladen und anhören.

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