Gegen den Machtmissbrauch der Banken! Was tun?

Aufzeichnung einer öffentlichen Veranstaltung mit Christoph Rinneberg, Aktivist bei der Initiative  Ordensleute  für  den  Frieden (IOF) in Frankfurt am Main


Christpoh Rinneberg (rechts) mit Joseph Ackermann (links daneben)
Bildquelle: Die Kritischen Aktionäre

Christoph Rinneberg gehört  zur  Initiative  Ordensleute  für  den  Frieden (IOF),  genauer  gesagt,  zu  ihrem  Freundeskreis,  der  sich  nach  der  IOF-Gründung  vor  30  Jahren  bald  gebildet  hat.  Diese  Initiative  um  Gregor Böckermann hat  1999 den  BCC-Preis  für  Zivilcourage  im  Kampf  gegen Wirtschaftsverbrechen erhalten.  Rinneberg hat  für  die  IOF und  in Verbindung  mit  den  Kritischen  Aktionären gegen  die  sich  allmächtig gebärdende  Deutsche  Bank  seit  vielen  Jahren  Reden  gehalten,  die  über etliche  kritische  Medien  „draußen“  viele  Menschen  erreicht  haben.  Er berichtet über die Kämpfe der winzigen IOF u.  a. gegen die Goliath-ähnliche Bank  und  ihren  Machtmissbrauch.  Getragen  sind diese Kämpfe  nicht von der  Erwartung  auf  einen  raschen  Paradigmen- oder  gar  Systemwechsel, wohl  aber  von  der  Hoffnung,  über  die Entschleierung von Geschäftspraktiken der  letztlich von allen Bürgerinnen  und  Bürgern  zu verantwortenden  Legitimität  den  Boden  zu entziehen. In  diesem  Sinne hat  der  „Fall  Mollath“  die  für  unsichtbar gehaltene  strukturelle – ja kriminelle – Gewalt  des  Systems  offenbart und  müsste  zu  einem  breiten und  machtvollen  Bündnis  gegen  den chronischen Missbrauch von Bankenmacht führen.
Es moderiert Hans See.
Sie hören die Aufzeichnung einer öffentlichen Veranstaltung der gemeinnützigen Vereine Business Crime Control e.V. und KunstGesellschaft e.V. im mp3-Format.
Klicken Sie zum Anhören oder zum Download bitte hier.

Das Foto zeigt Christoph Rinneberg bei der Übergabe einer Geldspende an den damaligen Vorstandsvorsitzenden Ackermann. Er beschreibt die Situation damals so:

Die Initiative Ordenleute
für den Frieden sammelt seit Ende 2008 „Spenden für die notleidende Bank“. Wir
haben verschiedene Leute aufgefordert, Deutsche-Bank-Chef Ackermann Spenden per Brief zukommen zu lassen. Die Annahme sämtlicher Briefe wurde verweigert und
ging wieder zurück an den Absender. Darauf hin begannen wir, bei
Hauptversammlungen Geld für die Deutsche Bank zu sammeln, um die Spende bei der
Hauptversammlung am 26. Mai 2009 in der Frankfurter Festhalle zu überreichen. Kurz
vor der Übergabe der Sammelbüchse passierte mir ein kleines Malheur. Die Dose
lag in einer Jutetasche und beim Herausnehmen stand sie versehentlich auf dem
Kopf. Dadurch entleerte sich der Inhalt in die Jutetasche. Herr Ackermann kam auf mich zu und ich erläuterte ihm kurz das Missgeschick. Er sagte, das mache
nichts, wir könnten das Geld zusammen wieder umfüllen. Er nahm die Dose und ich
schaufelte das gesammelte Geld wieder in die Dose hinein. Dabei entglitt mir
ein Cent-Stück und fiel zu Boden. Herr Ackermann bückte sich sofort und hob das Cent-Stück auf. „Man muss auch den Pfennig ehren“, sagte der Deutsche-Bank-Chef. Ich antwortete: „Das gleiche gebührt auch dem Rappen.“ Zur
Verabschiedung äußerte ich den Wunsch, die Deutsche Bank möge deutlicher Teil
der Lösung sein als Teil des Problems. Herr Ackermann nickte und bedankte sich.


s. auch Christoph Rinnebergs Rede auf der Hauptversammlung der Deuschen Bank AG 2013

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